Gehalt

13. Monatsgehalt und Weihnachtsgeld: Was bleibt netto?

Sonderzahlungen klingen verlockend – bis das Finanzamt seinen Anteil nimmt.

Das 13. Monatsgehalt und Weihnachtsgeld sind im deutschen Steuerrecht reguläre Arbeitslöhne – kein begünstigter Steuersatz, keine Ausnahme. Sonderzahlungen werden im Auszahlungsmonat zum normalen Bruttogehalt addiert und vollständig mit Lohnsteuer und Sozialabgaben belastet.

Typisches Beispiel: 4.000 € Grundgehalt, dazu 4.000 € Weihnachtsgeld im November. Im November steigt das Brutto auf 8.000 €. Die Lohnsteuer auf diesen Betrag ist deutlich höher als zweimal der reguläre Monatsbeitrag – der Grenzsteuersatz greift voll. Von 4.000 € Weihnachtsgeld bleiben nach Steuern und Sozialabgaben in SK I nur ca. 2.100–2.300 € übrig.

Die Fünftelregelung: Diese Sonderregelung mildert die Steuerlast bei außerordentlichen Einkünften. Dabei wird die Sonderzahlung fiktiv auf fünf Jahre verteilt und die Steuerlast entsprechend berechnet. Für Abfindungen oft lohnend – für normales Weihnachtsgeld muss der Arbeitgeber die Regelung aktiv anwenden.

Unterschied 13. Monatsgehalt vs. Weihnachtsgeld: Rechtlich ist ein 13. Monatsgehalt ein vertraglich oder tariflich zugesicherter Anspruch. Weihnachtsgeld kann freiwillig sein und darf bei mehrmaligem Zahlen als betriebliche Übung dennoch zum Rechtsanspruch werden. Steuerlich sind beide identisch behandelt.

Planung: Wer weiß, dass im November ein hohes Weihnachtsgeld kommt, kann den Lohnsteuer-Jahresausgleich im Januar gezielt nutzen. Werbungskosten, Sonderausgaben oder Spenden können die Jahressteuerlast reduzieren.

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Häufige Fragen

Kann ich Weihnachtsgeld niedriger versteuern lassen?

Nicht direkt. Die Fünftelregelung kann bei außerordentlichen Einkünften angewandt werden, muss aber beim Arbeitgeber beantragt werden. In der Steuererklärung kann man Werbungskosten und Sonderausgaben geltend machen, um die effektive Jahressteuer zu senken.

Hat ein Arbeitgeber Anspruch, Weihnachtsgeld zurückzufordern?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Rückzahlungsklauseln sind legal, wenn der Arbeitnehmer vor dem 31. März des Folgejahres das Unternehmen verlässt. Diese Klausel muss vertraglich vereinbart sein.

Warum bleibt vom Weihnachtsgeld so wenig?

Weil Sonderzahlungen mit dem monatlichen Gehalt zusammen in einem Monat ausgezahlt werden. Der Grenzsteuersatz auf den Gesamtbetrag ist deutlich höher als auf das reguläre Gehalt allein.

Ist das 13. Monatsgehalt überall in Deutschland üblich?

Nein. In tarifgebundenen Branchen (IG Metall, TVöD) ist es meist tariflich geregelt. In nicht-tarifgebundenen Unternehmen ist es freiwillig und variiert stark.